Infrarotheizung: Was ist das und für wen lohnt sie sich?

Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Stromdirektheizung: Sie wandelt Strom direkt in Wärme um, die sie zu einem großen Teil als Infrarotstrahlung abgibt – ähnlich wie die Sonne oder ein Kaminfeuer. Statt die Raumluft aufzuheizen (wie klassische Heizkörper), erwärmt sie direkt Wände, Möbel und Menschen im Raum. Das Ergebnis: eine gleichmäßige, angenehme Strahlungswärme, die sich anders anfühlt als klassische Konvektionswärme.

Infrarotpaneele gibt es als dünne Wand- oder Deckenelemente, oft auch in Design-Optik (Glas, Spiegel, individuelle Motive) – dazu Heizstrahler für den Außenbereich und spezielle Lösungen für Bad, Gewerbe oder große Hallen.

Infrarotheizung mit PV-Anlage: Warum das gut zusammenpasst

Genau wie bei unserer Klimatechnik gilt auch hier: Eine Infrarotheizung ist ein rein elektrisches Gerät – keine Heizungs- oder Sanitärinstallation nötig, keine Rohrleitungen, kein Wasserkreislauf. Installation und Anschluss übernehmen wir komplett selbst.

Der eigentliche Clou für dich als PV-Kunde: Der größte Nachteil der Infrarotheizung – die hohen Stromkosten im Vergleich zu Gas oder einer Wärmepumpe – verliert deutlich an Gewicht, wenn du sie mit eigenem Solarstrom betreibst. Über AI 360° bzw. Lumina lässt sich die Heizung genau dann laufen lassen, wenn PV-Überschuss oder günstiger Netzstrom verfügbar ist.

Mehr dazu auf den Seiten Energiemanagement AI 360° und Dynamische Stromtarife.

Infrarotheizung: Vor- und Nachteile ehrlich betrachtet

Wir beraten dich ehrlich, ob eine Infrarotheizung für dein Vorhaben die richtige Lösung ist – als Alleinheizung, Zusatzheizung oder für einzelne Räume.

Das spricht dafür

  • Vergleichsweise geringe Anschaffungs- und Installationskosten
  • Keine Wartung, lange Lebensdauer (in der Regel 15 Jahre und mehr)
  • Ideal für einzelne, selten genutzte Räume oder als Zusatzheizung
  • Schnelle, unkomplizierte Nachrüstung – auch im Bestand

Das solltest du wissen

  • Der Betrieb ist teurer als bei Gas oder einer Wärmepumpe: Eine Kilowattstunde Strom wird zu einer Kilowattstunde Wärme (bei einer Wärmepumpe sind es mehrere) – deshalb lohnt sich die Kombination mit eigenem PV-Strom besonders
  • Als alleinige Heizung ist die Infrarotheizung an gesetzliche Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz gebunden (§ 71d GEG) – dein Gebäude muss entsprechend gut gedämmt sein, mit Ausnahmen für selbstbewohnte Ein-/Zweifamilienhäuser
  • Für reine Stromdirektheizungen gibt es aktuell keine staatliche Förderung

Unsere Hersteller: Etherma und Vitramo

Für Infrarotheizungen setzen wir auf zwei etablierte Hersteller, je nach Raum und Anforderung:

Etherma (Henndorf am Wallersee, Österreich) plant und produziert seit über 40 Jahren elektrische Heizsysteme – von Infrarotpaneelen (Serie LAVA 3.0, u. a. in Glas- und Metalloptik) über Fußbodenheizmatten bis zu Frost- und Schneeschutzlösungen für Dachrinnen und Einfahrten. Die Geräte sind teils mit WLAN und App-Steuerung erhältlich, auf Wunsch mit bis zu 30 Jahren Garantie.

Vitramo (Tauberbischofsheim, Baden-Württemberg) produziert ausschließlich in Deutschland – rahmenlose Glas-Heizelemente für Wand und Decke, Spiegelheizungen, Badheizkörper und Heizstrahler. Vitramo empfiehlt die Deckenmontage, da sie den Strahlungsanteil auf bis zu 80 % erhöht, und legt Wert auf enge Zusammenarbeit mit Architekten und Energieberatern bei der Auslegung.

Infrarotheizung mit Solarstrom betreiben

Photovoltaik-Anlagen

Eigener Solarstrom für deine Infrarotheizung

Energiemanagement AI 360°

Heizt automatisch bei PV-Überschuss

Klimatechnik

Kühlen und heizen mit einer Anlage

Wärmepumpen

Heizen und Warmwasser für das ganze Haus

Häufige Fragen zur Infrarotheizung

Besonders sinnvoll ist eine Infrarotheizung als Zusatzheizung für einzelne, selten genutzte Räume wie Gästezimmer, Hobbyraum oder Homeoffice. Gut geeignet ist sie außerdem in gut gedämmten Neubauten oder sanierten Bestandsgebäuden. Betreibst du sie mit deiner eigenen PV-Anlage, senkst du die Betriebskosten deutlich.

Im Vergleich zu Gas oder einer Wärmepumpe ja: Bei einer Infrarotheizung wird eine Kilowattstunde Strom zu einer Kilowattstunde Wärme, bei einer Wärmepumpe sind es mehrere. Dieser Nachteil verliert deutlich an Gewicht, wenn du die Heizung mit eigenem Solarstrom betreibst und sie über ein Energiemanagement gezielt bei PV-Überschuss oder günstigem Netzstrom laufen lässt.

Nein, für reine Stromdirektheizungen wie die Infrarotheizung gibt es aktuell keine staatliche Förderung. Dafür sind Anschaffung und Installation im Vergleich zu anderen Heizsystemen günstig.

Grundsätzlich ja, allerdings stellt das Gebäudeenergiegesetz (§ 71d GEG) Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz, wenn eine Infrarotheizung die alleinige Heizung ist. Dein Gebäude muss dann entsprechend gut gedämmt sein, mit Ausnahmen für selbst bewohnte Ein- und Zweifamilienhäuser. Ob das bei deinem Haus passt, prüfen wir gemeinsam in der Beratung.